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Darf man das Bloggen einer Rentabilitätsrechnung unterziehen?

Blogwatch 03/15: Was kostet ein Blog?

Eigentlich dürfte es nicht allzu sehr verwundern, dass ein Blog Geld kostet. Dennoch sind Leser oft überrascht, dass Blogger auf Werbung zur Gegenfinanzierung setzen müssen.

Die meisten Blogs verbrennen Geld

Die meisten Blogs verbrennen Geld (Foto: underworld1 | Shutterstock)

Mel von Gourmet Guerilla hat sich aus der Deckung gewagt und ihren Lesern erklärt, wie viel Geld sie in ihr Blog investiert. Dabei hat sie nicht nur die harten Kosten – wie Hosting und Reisekosten – berücksichtigt, sondern auch ihre Arbeitskosten kalkuliert. Auch diverse „Sowiesokosten“, die in solchen Kalkulationen häufig untergehen – etwa für den anteilig genutzten Computer, den Internetzugang und die Digitalkamera – hat Mel in ihre Kalkulation aufgenommen.

Was in jedem Fall eine interessante Rechnung ist, stieß bei einigen Bloggern – vor allem bei Facebook – auf heftige Gegenwehr. Von „lächerlich“ und „weinerlich“ war ebenso die Rede wie davon, dass man ein Blog keiner kapitalistischen Denke unterwerfen dürfe, sondern es aus Leidenschaft betreiben müsse.

Meine 2 Cent

Ich finde die Kostenaufstellung interessant und ehrlich. Anstatt die Bilanz dieses Hobbys schön zu rechnen, hat Mel es als Unternehmen betrachtet und die komplette Kostenstruktur offen gelegt. Jenseits kleiner Ungenauigkeiten ist das imho genau die richtige Herangehensweise.

Das heißt aber nicht, dass man ein Blog wie ein Unternehmen führen und jede Kostenposition auf ihren Umsatzbeitrag abklopfen muss. Ich war wirklich erstaunt, welch emotionale Reaktionen die nüchterne Analyse hervorgerufen hat.

Ich habe vor Jahren eine ähnliche Rechnung aufgestellt und festgestellt, dass sich Bloggen finanziell nicht lohnt. Deshalb habe ich  die Tastatur aber noch lange nicht  über die Kreissäge gezogen oder das Bloggen an den Nagel gehängt.

Aber seitdem weiß ich, dass Bloggen ein Hobby ist, bei dem ich draufzahle. So what?

Redaktionen aus der Bloggosphäre

Wenn Dein interessantes Posting hier fehlt, wirf es ruhig in die Kommentare. Ich werde die Liste gerne ergänzen:

01 Chris von Doktorsblog: Warum es mit Blogs in Deutschland nie was werden kann …
05 Sven von Pop64: Was mein Blog kostet
07 Anarchistelfliege: Dieses „was ein Blog im Monat so kostet“
08 Don Dahlmann: Bloggen & Geld
09 Shopblogger.de kostet genau 0 Euro
10 Henning Uhle: Was das Bloggen so kostet
11 Martin von Pokipsie über die „alte Leier“
12 Newscouch: “Das ist kein Bloggen mehr, das ist Kapitalismus!”
13 Blogprojekt: Die Kosten des Bloggens, Geld und Transparenz

Interessant zum Thema ist auch der Artikel „Bloggen als Business“ der Süddeutschen. Da äußern sich fünf Blogger zu ihrem Verdienst und ihren Ambitionen.


Redaktion


Was denkst Du über Wirtschaftlichkeitsanalysen von Bloggern? Interessant oder überflüssig? Warum? Schreib mir Deine Meinung – direkt in den Kommentaren, unter diesem Artikel.

Kommentare:
  • tinted ivory

    Ich werfe gerne meinen Beitrag zur Diskussion in die Kommentare:
    http://tintedivory.de/2015/02/kosten-eines-blogs/

    Selten so eine Kontoverse gelesen wie zu diesem Post.

    Liebe Grüße, Eva

  • baschdi

    Danke! Habe es oben mit verlinkt.

  • Martin @pokipsie Rechsteiner

    Besten Dank für das verlinken meines 1Cent zu der Geschichte 🙂

  • Eddy

    Ob ein Blog aus Leidenschaft betrieben wird, ober aus finanziellen Interessen, das soll jeder für sich selbst entscheiden. Für mich steht fest:

    An dem Tag, an dem ich meinen Lesern vorrechne, was mich das Bloggen kostet, hör ich damit auf und mache ’ne Pommesbude auf!

  • baschdi

    @Martin: Gerne!

    @Eddy: Wenn das „Vorrechnen“ den Unterton eines Vorwurfs hat, gebe ich Dir recht. Wenn es einfach nur als Diskussionsgrundlage gilt, finde ich es okay.

    Ich habe in den letzten Jahren das Sterben vieler Blogs mit einer gewissen Traurigkeit erlebt. Da ist es an der Zeit, auch mal über die Ursachen zu reden. Und da gehört das Finanzielle imho dazu.

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