ISIS Doku: Im inneren des „Islamischen Staats“

VICE Reporter Medyan Dairieh dringt in das Innere des „Islamischen Staats“ ein.

Der Journalist verbrachte drei Wochen mit Kämpfern der ISIS in Syrien und dem Irak. Die fünfteilige Dokumentation bietet einzigartige Einblicke in die Organisation, die vom Westen als terroristische Gruppierung klassifiziert und von radikalen Islamisten als die Erschaffer des Kalifats gefeiert werden.

Man erlebt Kämpfer, die von ihrem tiefen Glauben, der Güte Gottes und einem besseren Leben für die Kinder des Landes sprechen. Bilder, die schwer in Einklang zu bringen sind mit den Schreckenstaten auf dem grausamen Vormarsch der ISIS im Irak.

Die ISIS-Flagge auf dem Weißen Haus

Die Videos zeugen aber auch vom Größenwahn der radikalen Gottesarmee. Man will die ISIS-Flagge auf dem Weißen Haus hissen und wenn die Türkei den Atatürk Staudamm nicht wieder öffne, werde man ihn selbst – von Istanbul aus – öffnen.

Wir sehen die Indoktrinierung der Kinder, die Kultivierung des Hasses auf die westliche Welt, die Ungläubigen und vor allem Amerika.

Die Kleiderpolizei mit „sanftem“ Zwang

Dairieh begleitet eine ISIS-Patrouille durch Raffa. Die neu geschaffene „Sharia Polizei“ namens „Hisbah“ überwacht die Regeln einer strengen Auslegung des islamischen Glaubens. Moniert werden westliche Plakate, zu „freizügige“ Kleidung, Tabak- und Alkoholkonsum. Aber man überwacht auch den lokalen Handel auf Fairness. Bei den Kontrollen setze man eigenem Bekunden zufolge auf sanfte Hinweise. Wer nicht folge, werde allerdings gezwungen.

Recht im Namen der Sharia

Das Video gewährt einen Einblick in die Gerichtsbarkeit des Islamischen Staats. Der ISIS-Sprecher gibt offen zu, dass man sich gar nicht bemühe, eine Justiz nach internationalen Standards zu etablieren. Man wollte allein Gott entsprechen und die Gesetze der Sharia durchsetzen.

Noch immer werden Diebe zur Amputation ihrer Hände und Drogendealer zum Tode verurteilt.

Andersgläubigen stehen drei Möglichkeiten offen. Sie können zum Islam konvertieren, eine Ungläubigen-Steuer entrichten oder sie werden getötet. Selbst muslimische Schiiten werden von der ISIS als Ungläubige betrachtet.

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Ich habe mich wieder durch die deutsche Blogosphäre geklickt und die interessantesten Beiträge zusammengestellt. Die Beiträge repräsentieren bewusst ein großes Meinungsspektrum und folgen keiner Redaktionslinie:

2 Deutschland- Zuschauer beim Völkermord von Joachim Steinhöfel
3 Auf in den dritten Irakkrieg von Christoph Kürbel
4 Persönliche Einschätzung zu den Peschmerga von Enno Heidtmann
5 Interview mit einem Initiator pro-kurdischer Demos
6 Massenmord im Namen Allahs: Deutsche Waffen in den Irak?
8 Patriarch warnt gegenüber missio: Im Irak geschieht Völkermord
9 Irak: Deutsche Waffen “pragmatisch, schnell und zweckmäßig” von Thomas Wiegold

Sebastian Fiebiger (): Ich finde es erschreckend, wie wenige Menschen es braucht, um ein Terrorregime zu errichten. Plötzlich wird eine mehrere Millionen starke Bevölkerung mit einer völlig neuen Realität konfrontiert und in eine Welt versetzt, die gesellschaftlich eigentlich mehrere Jahrhunderte in der Vergangenheit liegen sollte. Angst und Schrecken vermischt mit Religion sind noch immer mächtige Waffen, zur Etablierung von Macht.

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