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Charlie Hebdo: Reaktionen auf das Attentat in Paris

Der islamistische Terror in Europa bekommt mit dem Attentat in Paris eine neue Qualität. Wie reagiert das Netz darauf?

Kerzen vor der französischen Botschaft in Berlin

Kerzen vor der französischen Botschaft in Berlin (Foto: conejota / Shutterstock)

Am helllichten Tag stürmen zwei Bewaffnete die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und töten gezielt 12 Menschen. Die Redaktionen darauf sind heftig. Während Frankreich die Täter jagt, versuchen Rechtspopulisten in ganz Europa Profit aus den Ereignissen zu ziehen. Die Charikaturistenszene reagiert mit gespitzten Bleistift in einer „Jetzt erst recht!“ Mentalität.

Reaktionen aus der Blogosphäre

Ich habe mich mal in den Blog umgeschaut und die besten Postings zusammengesammelt. Wie immer ging es mir nicht darum, Artikel zu finden, die meine eigene Meinung reflektieren, sondern bewusst ein breites Meinungsspektrum abzudecken:

Der zerbrochene Bleistift – die imho gelungenste zeichnerische Reaktion auf das Attentat. Ronny von Kraftfuttermischwerk klärt über die wirkliche Herkunft auf. Die Zeichnung stammt aus der Feder der französischstämmigen Zeichnerin Lucille Clerc, die in London lebt und arbeitet.

Profiteure des Hasses – Patrick Gensing von Publikative berichtet ausführlich darüber, wie die politische Rechte versucht, ihren Profit aus dem Anschlag von Paris zu ziehen. AfD, NPD und Pegida haben umgehend reagiert und sehen sich durch die Vorkommnisse in ihrer Haltung bestätigt. Auch Provokateurin Erika Steinbach liefert ihren Beitrag zu Debatte.

Attentäter mit sächsischem Dialekt – Der von mir hochgeschätzte – aber selten meinungsgleiche – Joachim Steinhöfel nimmt pointiert die Reaktionen deutscher Medien und Spitzenpolitik aufs Korn. Wir lernen, warum der Anschlag „nichts mit dem Islam zu tun“ hat und warum die Täter möglicherweise sächsisch sprechen.

Überfrachtetes Gedenken – In Bochum soll heute der Opfer des Pariser Attentats gedacht werden. Stefan Laurin von den Ruhrbaronen schreibt darüber wie überfrachtet diese Veranstaltung ist. Anstatt in bewusst einfacher und menschlicher „Ich bin Charlie“ Manier zu gedenken, versucht man die Veranstaltung mit einer Botschaft gegen „Islamismus UND gegen Islamhass“ zu verbinden.

Die AfD und die Schaufel der Dummheit – Joerg Wellbrock vom Spiegelfechter setzt sich mit der Reaktion der AfD-Führung auf den Anschlag auseinander. Er stellt die Frage nach der Kollektivschuld und illustriert sie am Beispiel der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

Roland Tichy – Der Chefredakteur der Wirtschaftswoche geht in seinem Blog ausführlich auf die Hintergründe und die Vorgeschichte des Anschlags ein. Er nimmt dabei Bezug auf Houellebecq`s umstrittenen Roman „Unterwerfung“ und spricht sich gegen die Hexenjagd auf Demonstranten in Deutschland aus.

Von Nuttenfreunden und Burkas – bei Marcel von Trancefish bekommen alle ihr Fett weg. Er teilt fleißig aus: gegen Extremisten, Pegida und „Nuttenfreund“ Jesus. Ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit.

Zeichnerische Reaktionen – Julia versorgt uns nicht nur mit ihrer persönlichen Sicht auf die Ereignisse, sondern postet auch einige zeichnerische Reaktionen auf das Attentat. Außerdem gibt es ein Dieter Nuhr Video zum Thema Islam und Terror.

Google mit Trauerflor – auch die Suchmaschine Google zeigt ihre Betroffenheit. Besucher, die die Startseite der Suchmaschine aufrufen, sehen einen schwarze Trauerschleife. Die ist im Gegensatz zu den sonstigen Google-Aktionen nicht mit einer Suchanfrage verlinkt.

Man muss nicht Charlie sein – Maximilian nennt gute Gründe, warum man auch in der Situation nicht Charlie Hebdo sein muss, auch wenn man – um seine Anteilnahme zu zeigen – den Drang dazu verspürt.

Gute Reaktionen, schlechte Reaktionen – Leo vom Migrationsblog erklärt, was seiner Meinung nach gute und was schlechte Reaktionen auf das Attentat in Paris wären. Er sucht auch die Antwort auf die Frage, was Muslime tun können, um sich klar gegen Gewalt zu positionieren.

Mehr Überwachung? – Schon kurz nach dem Anschlag forderten konservative Politiker eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze und vor allem eine Ausweitung der flächendeckenden Überwachung. Ingrid beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit der Frage, wie sinnvoll das wäre.

Sebastian Fiebiger: Du hast einen erwähnenswerten Blogbeitrag zum Thema gelesen, der hier noch fehlt? Dann ab damit in die Kommentare – direkt unter diesem Artikel.

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Kommentieren? Update: 26.07.2015
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