Kontinuierliche Verbesserungen vs. RedesignWarum ich keinen Relaunch mehr mache?!

Die meisten spektakulären Relaunches haben eine Gemeinsamkeit. Sie führen zu einem temporären Trafficeinbruch. Allzu oft wird dieser aber auch chronisch.

Relaunch: Allzu dramatische Änderungen sind riskant

Relaunch: Allzu dramatische Änderungen sind riskant (Foto: ronstik | Shutterstock)

Vor allem die Suchmaschinen reagieren häufig ziemlich allergisch auf allzu große Umbaumaßnahmen. Und so dauert es zumindest eine gewisse Zeit, bis die internen Linkstrukturen neu erkannt und das Template klar von den Inhalten differenziert ist. Diese zwei- bis dreimonatigen „Schluckaufs“ im Besucherstrom werden von den meisten Relaunch-Initiatoren noch eingeplant sein. Doch gar nicht selten wandelt sich das kurze Luftholen in ein ausgewachsenes Dauerproblem.

Mögliche Ursachen:

  • fehlende oder fehlerhafte Umleitungen bei Änderungen in der URL-Struktur
  • schlechtere strukturelle Trennung verschiedenartiger Inhalte
  • fehlende Abgrenzung von Inhalt und Design
  • technische Indexierungsprobleme
  • Verschlechterung der Informationsarchitektur

Update: Johannes von Sistrix hat gerade ein Paradebeispiel für das Angesprochene unter die Lupe genommen.

Auch Stammuser empören sich gerne, wenn die Lieblingswebsite plötzlich ganz anders funktioniert. Dabei muss sie nicht mal schlechter sein. Allein die radikale Veränderung überfordert häufig.

Ich relaunche nicht mehr

Ich habe mich daher schon vor Jahren von großen Relaunches funktionierender Websites verabschiedet. Gerelauncht wird bei mir nur das, was überhaupt nicht funktioniert – dort habe ich schließlich auch nichts zu verlieren.

Meine Trafficbringer unterziehe ich ständigen kleinen Verbesserungen. Die meisten davon fallen den Usern gar nicht auf und wenn ich sie nicht in einem Changelog aufzeichnen würde, hätte auch ich sie längst vergessen.

Naanoo hat bspw. allein in den letzten 12 Monaten mehr als 200 Updates mit über 500 Änderungen durchlaufen. Änderungen, die für die Suchmaschinen relevant sind, spiele ich zunächst auf 1 oder 2 Subhosts ein, um dramatische Auswirkungen im Suchtraffic zu vermeiden.

Ich folge dem Trend

Diese kontinuierlichen Veränderungen führen auch zu einem optischen Fluss, der von Version zu Version kaum wahrnehmbar ist, über die Jahre aber doch deutliche Veränderungen nach sich zog.

Einige Trends aus den letzten 10 Jahren Naanoo:

  • größere Schriften: 2007: 11px | 2014: 14px
  • Einsatz von Webfonts: 2007: Arial | 2014: Open Sans Familie
  • größere Teaser: 2007: 120x80px | 2014: 225x150px – 450x300px
  • breitere Artikel: 2007: 420px | 2014: 590px
  • cleaner Look: weniger grafische Elemente, flacheres Design

Ich folge dabei den großen Trends. Allerdings eher gemächlich mit einem gewissen Drang zum Festhalten an alten Dingen, die funktionieren. Bei Archive.org kann man wunderbar schnüffeln, was sich im Laufe der Jahre konkret geändert hat.

Keine Mobilversion

Wie konservativ ich dabei vorgehe, sieht man an der Tatsache, dass ich noch immer keine mobile Version der Website bereitstelle. Alles, was ich bei mobilen Nutzern bislang getestet habe, funktionierte – gerade im Hinblick auf die Einnahmen – schlechter als das schlichte Ausliefern der Desktop-Version.

Das gehört sicher zu den Dingen, die sich in den nächsten 12 Monaten ändern werden. Ich werde dabei aber eher auf responsive Design setzen, als ein zweites Frontend zu etablieren.

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Sebastian Fiebiger: So, jetzt möchte ich aber auch wissen, wie ihr das macht? Setzt ihr auf Relaunches oder ständige Verbesserungen? Und warum habt ihr euch für diese Variante entschieden. Wie sind eure Erfahrungen damit?

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2 Kommentare 31.05.2016
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  • 🕝 Tobias

    Ich relaunche auch nicht mehr!

    vorher: statische Tabellen – nahher responsive – Google fand es doof 🙁

    Von 10.000 Besuchern am Tag auf 1000 🙁

  • Oh, das ist echt fies.

    Aber wenn sich die Inhalte, die URLs und die Linkstruktur nicht geändert haben, sollten die Rankings ja wiederkommen.

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