Lesenswertes aus der BlogosphäreBlogwatch 02/15: Beschimpfungsgenerator & Kritik an Krautreportern

Foto: Rawpixel | Shutterstock

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Beschimpfungsgenerator

Wenn man seinen Hut nimmt, sollte man das mit Stil tun. Das gilt auch und gerade für Onlinediskussionen. Wer von Einfallslosigkeit geplagt ist, sich aber trotzdem mit einer zünftigen Hasstirade verabschieden will, sollte es mit dem Larsiator probieren. Der geneigte Diskutant wählt einfach aus drei verschiedenen Stimmungen die probate aus und bekommt den passenden Text für seinen Copy-und-Paste-Abschied serviert. Angeblich generiert der Larsiator den Text aus über 3 Milliarden Kombinationen.

1 Beitrag bei Dressed like Machines

Kritik an Krautreportern

Die Krautreporter sind im letzten Jahr angetreten um nicht weniger als den Onlinejournalismus zu revolutionieren. Sie attestierten ihren Kollegen nicht komplettes Versagen („Der Onlinejournalismus ist kaputt!“) und sammelten mit vollmundigen Versprechungen im Rahmen eines Crowfunding über eine Million Euro ein. Die hohen Erwartungen scheinen den Machern jetzt auf die Füße zu fallen. Nur wenige Monate nach dem Start regt sich Kritik in der Blogosphäre. Beklagt wird, dass Autoren, die man für das Funding als „Aushängeschild“ verwendet hat, nur wenig beitragen. Außerdem wären viele der Stories nur ausgewärmte Geschichten, die bereits an andere Stelle erscheinen seien. Auch die thematische Relevanz – etwa im Zuge der Anschläge von Paris – wird bemängelt. Darüber hinaus seien die Macher wenig kritikfähig und weitestgehend beratungsresistent. Aber es gibt auch Verteidiger des Projekts, die zwar Teile der Kritik anerkennen, aber nach wie vor zu der Idee der Krautreporter stehen und die Startschwierigkeiten für überwindbar halten.

Meine 2 Cent: Ich war von Anfang an skeptisch – gerade wegen der hohen Erwartungen, die die Eigenpräsentation geweckt hat. Ein neues journalistisches Projekt mit Kollegenschelte zu starten, ist imho einfach keine gute Idee. Die könnte man sich allenfalls leisten, wenn man bereits etwas erreicht hätte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass genügend Menschen dauerhaft 60 Euro im Jahr für einen besseren Wald-und-Wiesen-Blog ausgeben. Paid Content wird imho nur dort funktionieren, wo die Leser einen klaren Nutzen aus ihrer Ausgabe ziehen können – bspw. bei Branchen-/Fachmagazinen. Wird Content präsentiert, den man woanders in ähnlicher Form kostenlos lesen kann, dürfte nicht nur die Kosten-Nutzen-Rechnungen hinten runterfallen, sondern auch die Unterstützung aus Sympathie.

2 Die wohl populärste Krautreporterkritik von Frau Meike
3 Kai teilt Aspekte der Kritik, findet die KR aber trotzdem unterstützenswert
4 Der Pixelökonom sieht vor allem fehlende Anreize für Relevanz
5 Niels liefert einen kleinen Überblick über journalistische Crowdfunding Projekte
6 Jan hinterfragt Crowdfunding als Finanzierungskonzept für Journalismus generell

Sebastian Fiebiger: In meiner regelmäßigen Rubrik „Blogwatch“ stelle ich all das vor, was mir in den letzten Tagen an Lesenswertem vor den Mauszeiger gelaufen ist. Die Postings decken sich häufig nicht mit meiner Meinung, die kein Kriterium für die Auswahl ist. Ich mag Widerspruch, Diskussion und Meinungsaustausch.

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